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Zehntausende Platten beschlagnahmt, Haftstrafen verhängt

British Phonographic Industry geht gegen Vertrieb von unlizenzierten Vinyl-Pressungen vor

News von Backstage PRO
veröffentlicht am 09.01.2019

vinyl musikbusiness bpi

British Phonographic Industry geht gegen Vertrieb von unlizenzierten Vinyl-Pressungen vor

© Pixabay via Pexels / Lizenz: CC0

Kaum steigen die Verkaufszahlen der Schallplatte wieder, gibt es auch die ersten Fälle unlizenzierter Schwarzpressungen. Ende 2018 konnte die British Phonographic Industry gemeinsam mit der Polizei eine Plattenfälscher-Gruppe festnehmen.

Laut Informationen der BPI vertrieben die vier festgenommenen Männer über mehrere Jahre unlizenzierte Pressungen von Northern Soul-Künstlern und -künstlerinnen aus den 60er-Jahren über Plattformen wie eBay und Amazon.

Die Festnahme bedeutete das Ende einer vierjährigen Operation der BPI und der südwalisischen Polizei.

Im Zuge der Durchsuchung der Wohnungen der Plattenfälscher konnten über 50.000 7"-Singles, über 900 12"-Platten und tausende weitere Medien wie CDs und DVDs sichergestellt werden. Die vier Männer wurden noch im November 2018 dem Richter vorgeführt und zu Haftstrafen zwischen acht und zehn Monaten verurteilt.

Angebot und Nachfrage

Interessanterweise gab der zuständige Richter Richard Williams bei der Verurteilung der Fälscher an, dass kein einziger Kunde sich je über die Raubpressungen beschwert hatte – und das, obwohl die Platten teilweise gravierende Qualitätsmängel wie schlecht gedruckte Cover und Rechtschreibfehler aufwiesen oder schlecht bzw. falsch gepresst waren. 

Williams stellte fest, dass die Verurteilen einen (illegalen) Markt für etwas geschaffen hätten, für das es bisher keine legitimen Quellen gab – Northern Soul-Singles aus den 60ern sind aufgrund ihrer geringen Auflage häufig unmöglich zu finden, oder werden für horrende Preise verkauft.

Angesichts der seit einigen Jahren ansteigenden Verkaufszahlen von Schallplatten war es wohl nur eine Frage der Zeit, bis auch die Zahl der illegalen Pressungen (wieder) ansteigt – auch, wenn Fälle wie der der britischen Fälscher wohl keine Seltenheit sind. Gerade rare Platten locken immer wieder auch jene an, die sie unerlaubt kopieren und verkaufen.

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